Wenn man in einem Videospiel besser werden will, lohnt es sich, mal bei den Profis abzuschauen – bei Valorant ist das nicht anders. Nein, du wirst nicht über Nacht wie TenZ aimen, nur weil du sein Crosshair und seine DPI kopierst. Aber die richtigen Settings sind ein solider Startpunkt, um dein Gameplay zu pushen.
Nicht jeder hat Zugriff auf High-End-CPUs, GPUs und 240-Hz-Monitore – das gilt für manche Pros sogar selbst. Viele kommen aus anderen Verhältnissen oder aus anderen Spielen und bleiben einfach bei den Settings, die sie gewohnt sind, selbst wenn sie auf teurere Hardware wechseln.
Und noch ein wichtiger Hinweis: Wenn eine Einstellung bei jemandem funktioniert, heißt das nicht, dass sie auch bei dir funktioniert. Teste verschiedene Optionen und finde raus, was für dich passt.
Performance geht vor
Oberste Priorität bei deinen Settings: die Performance deines PCs. Maximiere deine FPS – egal, wie gut dein PC ist. Ziel sollten konstant mindestens 60 FPS sein, aber mehr FPS heißt natürlich smoothere Gameplay.
TenZ' Grafikeinstellungen
Deshalb spielen die meisten Pros wie TenZ alles auf LOW und werfen so gut wie jeden Effekt raus. Optisch macht das kaum einen Unterschied – für die FPS aber einen riesigen. Und denk daran, dein Display auf echten Vollbildmodus zu stellen, nicht auf randlos.
Auflösung
Laut Prosettings.net spielen 77 % der Pros mit der Standardauflösung 1920x1080 und 16:9. Weil Valorant auch auf schwächeren PCs ordentlich laufen soll, schaffst du diese Auflösung locker mit guten FPS.
Manche Pros schwören allerdings auf gestreckte Auflösungen wie 1440x1080 oder 1280x960. Anders als in CS:GO bringt das in Valorant keinen echten Vorteil – außer den FPS-Bonus durch die niedrigere Auflösung. Probier's trotzdem mal aus, vielleicht liegt's dir.
M3C (Gambit) nAts spielt mit gestreckter 1280x960-Auflösung
Maus-Einstellungen
Zwei Werte sind hier entscheidend: DPI (dots per inch) und die In-Game-Sensitivität. Bei der DPI liegen über 90 % der Valorant-Pros ziemlich einheitlich zwischen 400 und 800. Der Unterschied ist überschaubar, denn am Ende entscheidet ohnehin die In-Game-Sensitivität über das Endergebnis.
In-Game-Sensitivität mal DPI ergibt übrigens den effektiven DPI, kurz eDPI.
Quelle: prosettings.net
Beispiel: OpTic Gamings crashies spielt mit 800 DPI und 0,250 Sens, The Guards JonahP mit 400 DPI und 0,500 Sens. Sieht total unterschiedlich aus, landen aber beide bei einem eDPI von 200 – praktisch haben sie also exakt dieselbe Sensitivität.
Je höher dein eDPI, desto weiter springt dein Fadenkreuz, wenn du die Maus ziehst. Ein paar Spieler wie 100Ts Hiko (576 eDPI) und Gambits d3ffo (438 eDPI) spielen mit sehr hoher Sens – das erfordert aber extrem präzise Handgelenksbewegungen und ist schwer konstant durchzuziehen.
Die meisten liegen zwischen 200 und 400 eDPI, der Durchschnitt liegt bei 280. Ein durchschnittlicher Pro muss seine Maus also rund 46 Zentimeter bewegen, um im Spiel eine volle 360°-Drehung hinzulegen.
TenZ erklärt, wie man die Sensitivität einstellt
Bei der Scoped Sensitivity fahren die meisten Pros mit dem Wert 1 – deine ADS-Sensitivität entspricht dann deiner Scoped-Sensitivität. Manche drehen etwas herunter, der Durchschnitt liegt bei 0,97. Mit dem Standardwert macht man aber meistens nichts falsch.
Weitere In-Game-Einstellungen
Valorant lässt sich stark anpassen, und bei den meisten Einstellungen fährst du mit den Standardwerten gut. Trotzdem gibt's ein paar Kniffe, mit denen sich Pros kleine Vorteile verschaffen.
Die Minimap ist in Valorant enorm wichtig – stell sicher, dass du sie jederzeit gut ablesen kannst: Rotate auf „On“, Keep Players Centered auf „On“, Minimap Size auf „1.1“, Minimap Zoom auf „0.9“, Minimap Vision Cones auf „On“ und Show Map Regions auf „Always“.
Digital Vibrance ist eine Funktion deiner Grafikkarte, mit der du Sättigung und Helligkeit hochdrehen kannst. Leuchtendere Farben helfen dir, Agents und ihre Abilities schneller zu erkennen – und schneller zu reagieren.
Zudem nutzen viele Pros den Farbblind-Modus und stellen die Enemy Highlight Color auf „Yellow“. Die Top-Pros schwören darauf, weil die gelbe Umrandung des Gegner-Modells sich leichter abhebt als das Standard-Rot.
Hiko stellt Digital Vibrance auf Maximum und nutzt die gelbe Enemy-Highlight-Farbe
Crosshairs
Jetzt, wo deine Settings sitzen, geht's ans Crosshair. Es ist kein Game-Changer, aber das richtige Crosshair kann deinem Aim durchaus guttun.
Und die Pros haben so ziemlich alles durchprobiert: Dot-Crosshairs wie bei Team Liquids Scream und Acends zeek, Standard-Kreuze wie bei Sentinels' TenZ oder Fnatics Derke, Kreis-Crosshairs wie bei IGZISTs Lakia und NRGs ethos.
Quelle: Riot Games
Die Möglichkeiten sind endlos – experimentier dich durch, bis du das Crosshair gefunden hast, mit dem du dich wohlfühlst.
Gute Nachricht: Riot hat vor Kurzem Crosshair-Codes eingeführt. Du musst also nicht mehr stundenlang das Crosshair deines Lieblings-Pros nachbauen – Code kopieren, ins Spiel importieren, fertig.
Hier sind die Codes einiger der besten Valorant-Spieler der Welt zum Ausprobieren:
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