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Die 35-Ping-Debatte rund ums MSI

RileaVeröffentlicht am 29. April 2022

Das MSI fängt erst nächste Woche an, aber der erste internationale Wettbewerb des Jahres hat seinen ersten Skandal schon fertig. Wegen COVID-19 können RNG, die Vertreter der LPL, nicht nach Busan reisen und vor Ort mitspielen. Die Lösung von Riot: RNG spielt remote — und alle Teams beim Turnier spielen mit einheitlichen 35ms Ping.

Auf Kosten der Competitive Integrity

Für die Teams, die tatsächlich vor Ort sind, fühlt sich das alles andere als fair an. Wer kompetitiv auf LAN spielt, ist unter-10-Ping gewohnt — und damit Plays, die im Solo Queue schlicht nicht gehen. Reaktions-Flashes zum Beispiel, die in Millisekunden entschieden werden. Beim MSI in diesem Jahr? Fehlanzeige.

Hinzu kommt: RNG spielt aus dem Office oder dem LPL-Stadion — also aus vertrauter Umgebung, ohne die Nerven, wenn man vor einer riesigen Menge auflaufen muss. Das könnte ihnen einen echten Vorteil verschaffen, während die anderen Teams erstmal den Jetlag verdauen und mit der mentalen Belastung der Quarantäne nach der Ankunft in Busan klarkommen müssen.

Und so hängt ein riesiges Fragezeichen über dem ganzen Turnier. Fans werden sich immer fragen: Hätte das Siegerteam auch unter normalen Umständen gewonnen? Hat es den Titel wirklich verdient?

Die beste Lösung

Aber Moment: So unschön es ist, ist Riots Entscheidung trotzdem der beste Weg, mit einer beschissenen Situation umzugehen. Denn die Alternativen wären noch schlimmer für die Competitive Integrity. Nachdem EDG letztes Jahr Worlds gewonnen hat, ist die LPL aktuell die stärkste Region der Welt. Ein MSI ohne LPL-Team wäre deutlich weniger kompetitiv — und der Titel des späteren Gewinners deutlich weniger wert.

Der andere Gedankenspielraum: Nur RNG spielt mit 35 Ping, der Rest mit normalem LAN-Ping. Damit hätte RNG einen gigantischen Nachteil, und die Spiele wären maximal unfair. Die Teams in Busan könnten zwar untereinander mit normalem Ping spielen, aber der Wechsel zwischen zwei so unterschiedlichen Pings ist ein harter Umstieg, an den sich Spieler erstmal gewöhnen müssten.

Fazit

Die Pandemie zwingt uns weiter dazu, uns anzupassen und aus einer schlechten Lage das Beste zu machen. Alle Teams auf demselben Ping zu lassen, gleicht die Bedingungen so weit wie möglich an. Ideal sieht anders aus — aber wenn man alle Optionen auf den Tisch legt, ist es der beste Weg, die Competitive Integrity des Turniers zu wahren.

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