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Die Psychologie von League: Priming

In League ist eure Einstellung mindestens so wichtig wie eure Mechanik oder euer Makro-Verständnis. Diese Woche geht's um ein psychologisches Phänomen, das euren Mindset auf Wegen beeinflusst, die ihr gar nicht mitkriegt: Priming.

RileaVeröffentlicht am 30. Juni 2021

Die Psychologie von League – Priming

In League ist eure Einstellung mindestens so wichtig wie eure Mechanik oder euer Makro-Verständnis. Diese Woche geht's um ein psychologisches Phänomen, das euren Mindset auf Wegen beeinflusst, die ihr gar nicht mitkriegt: Priming.

Die Theorie

Priming passiert, wenn ein Reiz eure Reaktion auf einen späteren Reiz unbewusst beeinflusst. Klingt abstrakt, ist es aber nicht: Wer bestimmte Wörter liest oder Bilder sieht, wird davon geprägt – und verarbeitet, was danach kommt, entsprechend anders. In einer bekannten Studie mussten Teilnehmer entweder einen Professor oder einen Fußballrowdy beschreiben. Wer den Professor hatte, schnitt danach bei einem Allgemeinwissenstest besser ab. Der Kopf ist halt formbar.

Was das für League bedeutet

Und in League? Kurz gesagt: Eure Worte bewirken mehr, als ihr denkt. Sie prägen die Psyche eurer Teammates – und damit, wie sie performen. Ein besonders greifbares Beispiel ist die Champ Select. Kennen wir alle: Der Draft ist gelaufen, das Spiel ist eurer Meinung nach vor dem ersten Minion verloren, also hämmert ihr frustriert „Draft diff – gg“ in den Chat. Oder ihr seht, dass der Gegner ein Smurf mit einem 80%-Winrate-Champion gelockt hat, und warnt euer Team vorsichtshalber. Fataler Fehler: Damit primt ihr das ganze Team auf ein defeatistisches Mindset. Die Leute laden mit dem Gefühl auf die Rift, das Spiel sei eh schon verloren – und spielen dann genau so. Warum verliert euer Team? Nicht wegen des Drafts. Wegen euch.

Aber es geht auch andersrum: Genau wie Spieler in ein Verlierer-Mindset geprimt werden können, klappt auch das Winner-Mindset. Wer in der Champ Select oder im Early Game positiv drauf ist und mal sowas wie „Wir nehmen das hier easy“ sagt, macht einen riesigen Unterschied fürs Gameplay und die Moral des Teams.

Fazit

Priming zeigt, wie stark unsere Worte Gameplay und Einstellung beeinflussen. Sei also vorsichtig mit deiner Reaktion auf den Draft – wenn du findest, dass er gelaufen ist, behalte das für dich und belaste dein Team nicht zusätzlich. Ist ein Teammate negativ? Mute ihn, bevor er dir unbewusst das Spiel versaut. Und nutz das Ganze zu deinem Vorteil: Streu ein bisschen Positivität. Kostet nichts.

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