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Pro Play By Play: Fnatic vs Rogue

Im Halbfinale um den Einzug ins LEC-Finale bestrafen die Fnatic jeden Rogue-Fehler, drehen einen 3k-Gold-Rückstand und übernehmen irgendwann komplett das Kommando.

RileaVeröffentlicht am 2. September 2021

Pro Play By Play - Fnatic vs Rogue

Es geht um einen Platz im LEC-Finale, und Fnatic machen genau das, was man in so einem Spiel machen muss: Rogue für jeden Fehler bezahlen lassen, einen 3k-Gold-Rückstand wegdrehen und irgendwann die komplette Kontrolle übernehmen.

Die Play

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Lage des Spiels

Rogue haben die Early-Game-Skirmishes gewonnen, und das sieht man an jedem einzelnen Tier-1-Turm auf der Map. Dazu ein komfortabler 3k-Gold-Vorsprung. Der Plan: Den Ocean Drake großzügig an Fnatic verschenken und stattdessen ein Play am Baron erzwingen. Klingt vernünftig. Geht schief.

Teil 1 - Das Spiel mit der Vision

Zu Beginn des Plays hat Fnatic quasi keine Vision und damit auch keine Ahnung, wo Rogue steht und ob die schon am Baron sitzen:

Ein Baron um Minute 21 herum wäre für Fnatic vermutlich das Ende des Spiels — Rogue liegt ohnehin vorne und hat mit Jayce und Ryze eine üble Split-Push-Comp. Also tasten sie sich nach dem Ocean Drake vorsichtig Richtung oberes River, um den Baron zu verhindern.

Nur: Rogue sitzt gar nicht am Baron. Der Baron ist Köder. Stattdessen bauen sie eine Death Bush im Fluss auf und schnappen sich Adams Camille, die zu weit vorgeprescht ist:

Jetzt will Rogue den Vorteil in mehr Kills und daraus einen Baron ummünzen. Inspired flasht nach vorne und stellt mit Trundles Pillar of Ice Fnatics verbleibende Carries ab und verlangsamt sie:

Doch Nisqy verhaut das ganze Follow-up mit einem exzellenten Cassiopeia-Miasma: Rogue sind verlangsamt und können nicht mehr nachflashen, um sich auf den Pillar of Ice zu setzen:

Teil 2 - Das Re-Engage

Mit dem Numbers Advantage drängt Rogue Fnatic zurück und beginnt am Baron. Sie holen ihn ordentlich runter und hätten ihn finishen können — aber ein 50-50-Smite-Fight gegen Bwipos Viego will niemand riskieren. Der hätte mit Viegos Ultimate direkt in die Baron Pit einsteigen können. Also drehen sie sich um und springen der Drei-Mann-Einheit von Fnatic an den Kragen, die über den Fluss den Baron contesten will:

Hans Sama teilt auf Ashe zwar ordentlich Damage aus, bekommt aber keine Kills. Und genau hier kippt das Ganze für Rogue: Hans Sama weicht Cassiopeias Ultimate aus, verliert dabei den Anschluss an sein Team und läuft schnurstracks Richtung Viego:

Der Knackpunkt: Trymbis Lulu wird ebenfalls vom Petrifying Gaze gestunnt und kann Hans nicht mehr schützen. Fnatic riechen sofort, dass Hans isoliert ist — Kai'Sa-Ultimate und Viegos Combo fallen über ihn her. Derweil CC-chaint Hylissang mit Rakans Grand Entrance und The Quickness die zusammengepferchten restlichen Rogue-Spieler ein, die ihren ADC weder schützen noch zurückschlagen können:

Nachdem die Ashe gefallen ist, nutzt Bwipo Viegos Passive und dreht Rogues stärksten Carry gegen sie selbst. Mit Adams Respawn und Teleport zurück in den Fight räumt Fnatic den Rest mühelos ab — Ergebnis: Baron und volle Kontrolle über das Spiel.

Fazit

Zwei Momente haben diesen Fight entschieden: Rogues Entscheidung, sich vom Baron zurückzuziehen, und Hans' Entscheidung, sich vom Team zu trennen. Klar, in Führung will man keinen 50/50-Smite-Fight riskieren — aber selbst wenn Bwipo den Baron gestohlen hätte, wäre er in der Baron Pit gefangen und im 5v1 zerlegt worden. Außerdem wäre Hans' Ultimate dann wieder aufgeladen gewesen, um einen weiteren Fnatic-Spieler abzunehmen, was den Nutzen des Baron-Buffs massiv geschmälert hätte.

Chapeau an Fnatic dafür, wie entschlossen sie das ausgenutzt haben: Sie sehen, dass Rogue sich mit Hans' Rückzug einen kleinen Misplay leistet, schlagen sofort zu — Collapse auf die Ashe, CC auf den Rest von Rogue — und nehmen den Fight. Genau das ist die Lektion aus diesem Play: immer Ausschau nach Fehlern des Gegners halten und die Strafe sofort verpassen, sobald sich die Tür öffnet.

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