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MSI Halbfinale – Bringt EG RNG zu Fall?

RileaVeröffentlicht am 27. Mai 2022

Die Bühne war bereitet für das erste MSI-Halbfinale: EG gegen RNG. Vor dem Match galten EG als klare Außenseiter, schließlich hatte RNG die Rumble Stage dominiert – aber konnte EG die Magie von Team Liquid aus 2019 wiederholen?

RNG räumt ab in Game 1

RNG eröffnete die Serie, indem es die LCS-Vertreter schlicht zerlegte: Nexus nach 27 Minuten bei insgesamt einem einzigen Tod. EG draftete mutig, ließ die starken Picks Galio und Kai'Sa durch und antwortete mit einem überraschenden Nocturne im Jungle und Corki mid. Corkis langer Poke sollte Galio outrangen, mit seiner W konnte er entkommen, und Nocturnes Ultimate konnte das von Kai'Sa matchen.

Nur kam der Draft nie online, denn RNG rollte mit einem perfekten Tower Dive auf der Top Lane über EG hinweg:

Nicht nur holte der Rift Herald die Turret Plates und tankte die Turret Aggro – RNG verkettede auch noch die CC von Jarvan und Galio wunderschön, um Inspired und jojopyun festzunageln. Von da an war RNG unaufhaltensam und schenkte EG nicht einen Hauch von Comeback-Hoffnung. Inklusive eines sauberen 2v1 von Bin auf Gwen:

EG beißt zurück in Game 2

Game 2 begann komplett anders: EG drehte im Draft auf und bannte drei der fünf Champions, die RNG in Game 1 genutzt hatte. Ohne Galio, Gwen und Kai'Sa griff RNG zu Lissandra, Wukong, Rakan und GP – jede Menge Wombo-Combo-Potenzial. EG setzte derweil auf seine komfortabelsten und stärksten Champions: Impact auf Ornn, Danny auf Jinx, Inspired auf Viego.

Das Early Game war diesmal deutlich ausgeglichener – bis zu einem Fight um die Dragon Pit in Minute 10:

EG pickte sich Mings squishy Rakan heraus, nutzte die Viego-Resets, um RNG zu überrumpeln, und holte zum ersten Mal in der Serie einen relevanten Goldvorsprung. Den hielten sie eine Weile, das Spiel blieb eng. Dann explodierte alles, als EG versuchte, den Baron zu rushen, während mehrere RNG-Spieler noch auf dem Rückweg vom Reset waren:

Hätte EG früher abgeblasen oder ein bisschen mehr DPS für den Baron gehabt, hätte der Baron das Spiel komplett kippen können. Pech gehabt: RNG kam rechtzeitig und kontrollierte mit Wukong- und Lissandra-Ultimates den engen Raum. EG tötete zwar vier RNG-Spieler, aber Ming überlebte und nutzte den Baron-Buff, um einen Inhibitor zu nehmen. Von da an hatte RNG alles im Griff, sicherte sich die Cloud Soul – und am Ende das Spiel:

RNG greift über in Game 3

Mit 2:0 in Front lockte RNG einen nahezu identischen Draft, tauschte nur Rakan gegen Braum. EG änderte ebenfalls die Bot Lane: Miss Fortune und Nautilus statt Jinx und Tahm Kench. Das Early Game verlief sehr ähnlich zu Game 1, und es sah so aus, als würde RNG gemütlich ins Finale rollen. Mit 7k Goldvorsprung und einer Hextech Soul wollte RNG die Serie abschließen:

Trotz des sauberen Engages auf EGs Back Lane war Inspireds Viego der Schlüssel, wie EG diesen Fight drehte. Er und Impact sprengten die gnadenlos fedde Xayah und nutzten ihre Items, um RNG auseinanderzureißen. Aus diesem Fight heraus nahm EG den Baron und mehrere Objective Bounties. Dann brach Chaos aus, als RNG einen Fight um den Elder Drake gewann und den Nexus angriff:

RNG verschätzte sich nicht nur bei der kombinierten Damage von Turrets, jojopyuns Ahri und Impacts Ornn – sie wurden brutal dafür bestraft, überzogen zu haben, statt sich zurückzuziehen und den Elder Drake zu nehmen. Dadurch sicherte sich EG den Elder und hatte eine riesige Chance auf das Comeback.

Aber RNG blieb kühl und rushte den Baron, während EG resetete und die pushtable Minion Waves beantwortete. Das entwertete den Elder Drake praktisch komplett, denn EG konnte keinen Fight erzwingen, während RNG defensiv spielte und Minion Waves buffte. Sobald der Elder-Buff abgelaufen war, pickte sich RNG jojopyun heraus und gewann das Spiel zügig:

Fazit

Das Ergebnis war keine Überraschung: RNG war der klare Favorit und wirkte wie das beste Team des Turniers. Trotz des Ausscheidens kann EG den Kopf oben lassen – Augenhöhe mit den MSI-Finalisten, ein Sieg über T1 in der Rumble Stage und nordamerikanisches Talent, das sich auf der internationalen Bühne beweist.

RNG war heute zweifellos das bessere Team und wirkt weiter gefährlich. Aber sie spielten mit einer gewissen Arroganz gegen EG, überzogen mehrfach in der Serie – und könnten damit eine Schwachstelle offengelegt haben.

T1 und G2 treten morgen gegeneinander an, um zu entscheiden, wer im Finale auf RNG trifft. Und die Serie ist für jeden zu holen.

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