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MSI-Finale – RNG setzt sich die Krone auf

RileaVeröffentlicht am 30. Mai 2022

Das MSI-Finale war ein zähes Ringen um jeden Zentimeter – bis ins Game 5 marschierten beide Teams Seite an Seite. Am Ende war RNG aber deutlich die bessere Mannschaft, verteidigte damit den Titel zum zweiten Mal in Folge und ist jetzt die erste Organisation mit drei MSI-Titeln überhaupt. Respekt.

Lissandra lässt Ahri abblitzen

Ahri hatte sich übers Turnier hinweg als einer der stärksten Picks etabliert, also war klar: Sie taucht im Finale auf. Beide Teams reagierten clever und sperrten kurzerhand Lissandra samt ihrem Arsenal an Hard CC in den Champion Pool.

Der Pick war ein Volltreffer: Dreimal wurde Lissandra gegen Ahri gepickt, dreimal gewann sie. Mit der Ultimate – mal auf sich selbst, mal auf die Ahri – neutralisierte sie jedes All-in-Potenzial, und zwischen AoE-CC aus Ult und W war sie im Teamfight ohnehin die stärkere Karte.

Die LPL-Epoche geht weiter

Mit dem Sieg holt die LPL einen weiteren Titel. Und ja, die Zahlen sind real: Sechs der letzten acht internationalen Turniere gingen an die Region. Willkommen in der LPL-Ära des kompetitiven League of Legends:

  • MSI 2018 – RNG
  • Worlds 2018 – IG
  • Worlds 2019 – FPX
  • MSI 2021 – RNG
  • Worlds 2021 – EDG
  • MSI 2022 – RNG

Bemerkenswert: Vier verschiedene Organisationen haben den Pokal für die Region in die Höhe gestemmt. Die LPL ist keine One-Man-Show à la T1 oder G2 – stattdessen produzieren sie mehrere Weltklasse-Teams, die sich gegenseitig den Thron streitig machen. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass RNG erst von Top Esports im LPL-Finale ins Game 5 gezwungen wurde, um überhaupt zum MSI fahren zu können. Und mit vier LPL-Plätzen bei den Worlds Ende des Jahres ist die Region ganz klar die zu schlagen.

© 2022 Riot Games, Inc. Used With Permission.

Ist Blue Side zu stark?

Das MSI 2022 war nicht gerade kontroversfrei: die 35-Ping-Debatte, RNGs Replay-Games in der Gruppenphase, die Kritik der Community am Format. Und das Finale reihte sich nahtlos ein. T1-Headcoach Polt erklärte im Interview, sein Team habe verloren, weil es dreimal nicht auf Blue Side spielen durfte – ausgerechnet per Münzwurf entschieden, den RNG gewann. Ouch.

Blue Side war historisch schon immer leicht im Vorteil, und das MSI 2022 war da keine Ausnahme: 53,2 % Winrate über das Turnier hinweg, 100 % im Finale. Auch die letzten drei internationalen Turniere sprachen eine klare Sprache – 56,8 % beim MSI 2021, 51,8 % bei den Worlds 2021. Vielleicht wird es langsam Zeit, dass Riot und die kompetitive Community ernsthaft über die Side-Auswahl reden.

Highlight Play

Die enge Baron Pit ist der perfekte Ort für dicke AoE-Abilities, wenn das gegnerische Team klumpig steht – wie Faker auf Lissandra eindrucksvoll bewies:

Faker nutzte RNGs fehlende Vision im Top-Side-Jungle aus und landete mit einer E + Flash + W-Combo einen sensationellen 4-Man-Root. Keria legte mit Tahm Kenchs W einen sauberen Knock-up nach, während Gumayusi mit Jinxs AoE-Raketen gleich RNGs Health Bars mitabbaute.

Erst mal macht das kompetitive League eine kleine Pause – die Major-Regionen starten erst Mitte Juni wieder. Glückwunsch an RNG zum historischen Sieg, und hoffentlich sehen wir sie bei den Worlds später im Jahr live auf der Bühne!

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