Haven war von Tag eins an dabei – seit Valorants Launch im Line-up und bis heute eine der beliebtesten, am seltensten gebannten Maps im Spiel.
Riot geht beim Map-Design in Valorant einen anderen Weg als klassische Tactical-FPS-Titel: Fast jede Map hat ein eigenes Gimmick, das frische Mechaniken mitbringt.
Bind hat zwei One-Way-Teleporter, bei Ascent lassen sich die Site-Türen schließen – und Haven hat schlicht drei Bombensites. Mehr braucht's nicht.
Map-Übersicht
Anders als Bind, wo Mid komplett fehlt, hat Haven nicht nur ein Mid – dort steht sogar eine Plantsite. Drei Sites klingen erstmal nach einem fetten Advantage für die Attacker, und statistisch stimmt das teilweise: Haven ist eine der angriffsorientierteren Maps im Pool. Aber die Defense hat genug Werkzeuge, um trotzdem einen soliden Stand hinzulegen.
Quelle: Riot Games
Haven ist groß, aber nicht weitläufig. Die Map ist voller enger Ecken und erkletterbarer Kisten – entsprechend viele Winkel wollen gecleart werden. Gleichzeitig gibt es mehrere Abschnitte mit langen Sichtlinien, die den Operator sehr attraktiv machen.
Die Sites A und C haben klassische Long- und Short-Zugänge, B kommt mit einem Haupteingang plus zwei Zusatzzugängen, die B mit A und C verbinden. Weil die Map so groß ist, dauern Rotationen über die Spawns eine Weile – die B-Site funktioniert quasi als Abkürzung.
Die Ultimate Orbs sind ungleich verteilt: Der Orb außen bei A ist für Defender deutlich leichter zu nehmen, während Attacker den B-Long-Orb viel besser kontrollieren können. Denkt an eure Utility dabei – sonst werdet ihr zum dankbaren Ziel für den Gegner-Operator.
Angreifen auf Haven
Als Attacker wollt ihr ausnutzen, dass es drei Sites und fünf Zugänge gibt. Das zwingt die Defense, sich stärker aufzuteilen – und euch bietet die Chance, einzelne Sites mit mehreren Spielern zu überrollen. Ob ein dumbes Rushen wirklich die beste Idee ist, sei allerdings dahingestellt.
High-Elo- und Pro-Spieler nehmen sich meist ihre Zeit. Mid ist der wichtigste Bereich der Map: Wer das Courtyard kontrolliert, öffnet sich mehr Wege zu den Sites – über die Garage oder über B.
Quelle: Riot Games
Haven bietet außerdem reichlich Mindgames. Kontrolle über die Garage oder A Short kann die Gegner zu einer Rotation bewegen – und damit euren Teammates eine Site auf der anderen Seite frei Haus liefern. Die Defense im Ungewissen zu lassen ist genau das, was ihr wollt, denn es gibt eurem Team mehr Optionen.
Die B-Site lässt sich am leichtesten retaken, also ist ein Plant auf B nicht immer optimal – selbst bei voller Kontrolle. Nutzt euren Einfluss lieber, um A oder C von mehreren Seiten zu pushen, wo Post-Plants für Attacker deutlich einfacher zu halten sind.
Lurken gehört auf Haven zum Pflichtprogramm, denn rotierende Gegner lassen sich hier leichter abfangen als auf so manch anderer Map. Fiese Kills, mit denen niemand rechnet, verschaffen euch beim Rundenwin einen riesigen Vorteil.
Verteidigen auf Haven
Wer auf Haven ein Standard-Setup spielt, merkt schnell: Jeder ist auf sich allein gestellt. Fünf Zugänge, drei Sites – schnell steht ihr an einem Punkt, an dem euch die Attacker überrollen können, während ein anderer Zugang komplett offen bleibt.
Deshalb gilt: Sammelt so viele Infos wie möglich, wo die Attacker zuschlagen wollen. Nur so kann euer Team sauber rotieren und den Push richtig kontesten.
Das geht über Recon-Abilities oder koordinierte Plays mit euren Teammates, um gezielt einen Mapbereich zu kontesten. Auch aggressive Positionen sind möglich (besonders mit einem Operator) – sie liefern euch genau die Infos, um eure Defensive anzupassen.
Kommunikation ist hier kein Nice-to-have, sondern Pflicht: Ihr müsst drei Sites im Blick behalten.
Eine andere Option: einen Teil der Map bewusst kampflos überlassen und mit gebündelter Macht anderswo Kontrolle übernehmen. Eine Site (meist B) offen zu lassen, abgesichert nur durch etwas Sentinel-Utility zum Aufspüren der Gegner, ist eine legitime Strategie. So steht ihr auf den anderen beiden Sites solide da und spielt auf der dritten den vollen Retake.
Agents und Team-Compositions
Da unser Golden Boy Chamber bei Gamercraft in so gut wie jeder Compo auftaucht, fangen wir mit der Sentinel-Rolle an. Chamber ist in der heutigen Meta einfach stark, und Havens lange Winkel sind für ihn ein Spielplatz.
Killjoy und Sage sind weiterhin brauchbar, aber irgendwie aus der Mode gekommen.
Bei den Controllern ist Omen in den meisten Drafts der klare Favorit. Sein Kit passt perfekt auf Haven, weil ihr zu allen drei Sites teleportieren könnt. Astra und Brimstone gehen auch – aber wer einen vielseitigen Smoker will, kommt an Omen nicht vorbei.
Quelle: Riot Games
Die Initiator-Rolle wurde mit Fades Release und Sovas Nerfs ordentlich durchgeschüttelt. Aber fair: Jeder Initiator der aktuellen Meta funktioniert auf Haven – am Ende entscheidet der Geschmack.
Ein Double Initiator kann sich lohnen, denn Infobeschaffung ist auf einer Map mit fünf Site-Zugängen Gold wert. Breach und Sova sind meist das Standard-Duo, aber Skye, KAY/O und Fade machen ebenfalls richtig gute Arbeit.
Und zuletzt: Die Duelist-Rolle auf Haven dominiert seit jeher Jett. Die Map bietet unzählige Stellen zum Draufspringen und zum Halten von Off-Angles aus erhöhten Positionen. Dazu ist sie eine der besten Operator-Userinnen – und die aktuellen Nerfs haben nicht gereicht, um sie vom Thron zu holen.
Reyna und Raze sind die besten Alternativen – oder solide Ergänzungen in Double-Duelist-Comps. Neon wird zuletzt von einigen Pro-Teams häufiger gepickt, also probiert sie ruhig selbst mal aus.
Bleibt dran für mehr Valorant-Content und künftige Guides auf Gamercraft.
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